Trassenfahrt 2018

Große Nachfrage bei der letzten Trassenfahrt des Aktionsbündnisses

Der Countdown läuft und es geht voran! Das merkten auch die rund 100 Teilnehmer, die am 06.09.2018 im Beisein von Vertretern des Landesbetriebs Straßen NRW mit zwei Bussen über das noch nicht fertiggestellte Teilstücke 7.1. der A33 von Borgholzhausen nach Künsebeck fahren durften.

Aus erster Hand erfuhren sie von Niederlassungsleiter Andreas Meyer und Projektleiter Wilhelm Willenberger, welche Baumaßnahmen demnächst fertig gestellt bzw. noch vergeben werden müssen, um Ende 2019 das letzte Band des Lückenschlusses durchschneiden zu können. Diplom-Ingenieur Tobias Fischer,  der am 03. September 2018 als neuer Abteilungsleiter Straßenbau beim Landesbetrieb Straßen NRW in Bielefeld seinen Dienst angetreten hat, nutzte die Gelegenheit, sich vor Ort zusammen mit den anderen Teilnehmern der Trassenfahrt ein Bild zu machen.

Letzte Bauwerk an der Oldenburger Straße soll Ende 2018 fertig gestellt sein. 

Auf dem 12,6 km langen Teilstück wurden insgesamt 36 Brückenbauwerke errichtet, davon 6 Grünbrücken. Das letzte Bauwerk zur Überführung der Oldendorfer Straße soll Ende des Jahres fertig gestellt werden. Durch den tiefen Autobahneinschnitt mussten hier erst riesige Erdmassen bewegt werden, erläutert Andreas Meyer den späteren Baubeginn des Brückenbauwerks. In den gewaltigen Böschungen leiten Längsdrainagen das sich stauende Schichtenwasser aus den wasserundurchlässigen Bodenschichten ab und führen es in das nahe gelegene Regenrückhaltebecken. Die Böschungsschotterschicht habe eine extra grobe Reibung, damit eine „Anspritzbegrünung“ aus Kleber, Stroh und Saatgut Halt fänden und die steilen Böschungen vor Erosionen  schützen würden. „Leider war der Sommer in diesem Jahr zu trocken, so dass die bereits erfolgte Anspritzbegrünung noch einmal wiederholt werden muss“, so Herr Meyer.

Mit Blick auf die gegenüberliegende Seite erläuterte Herr Meyer, dass dort viele Nisthilfen für Fledermäuse angebracht wurden. Die Bundesregierung habe sogar einzelne Bäume erworben und sie sich grundbuchrechtlich sichern lassen, um den Schutz der Säugetiere zu gewährleisten. Im Herbst müssten aufgrund des Sturms und des sehr trockenen Sommers jedoch ein paar Bäume gefällt werden. Dies geschehe aber in enger Abstimmung mit den Behörden. 

Regenrückhaltebecken verhindern Überschwemmungen

Insgesamt 9 Regenrückhaltebecken sorgen im Abschnitt 7.1 für eine schnelle Aufnahme des Niederschlagwassers der A33. Das größte Becken steht in der Nähe der Oldendorfer Straße und hat ein Fassungsvermögen von 1.758 m³. „Sollte es einmal komplett gefüllt sein, kann es innerhalb von drei Stunden leer laufen“, so Herr Willenberg. Das Fahrbahnwasser liefe zunächst in ein etwa 5 x 25m großes Vorklärbecken, in dem Tauchwände dafür sorgten, dass sich die Fließgeschwindigkeit deutlich verringere und Schwebestoffe wie Reifenabriebe und Ölreste sich oben absetzten könnten. Über drei Stellräder könnte die Wasserzuvor für Wartungsarbeiten verringert werden. „Das geklärte Wasser läuft dann in das Regenrückhaltebecken, dass maximal 15 Liter Wasser pro Sekunde an den Casumer Bach abgibt“, erläutert Wilhelm Willenberg. Daher sollen Überschwemmungen verhindert werden. Auf Höhe des Laibachs seien Regenrückhaltebecken wegen des Wasserschutzgebietes unter der Fahrbahn angebracht, ergänzt der Projektleiter. 

 

Weniger Baustellen durch pflegeleichte Betonleitwände in der Mitte

Die Betonleitwände in der Mitte der Fahrbahn werden in Kürze folgen, kündigte Herr Willenberg an. Sie werden von einer Maschine im Stück gefertigt und anschließend befüllt. Dies habe den großen Vorteil, dass eine Pflege des Mittelstreifens und damit verbundene Autobahnsperrungen zukünftig entfallen würden. Die Betonleitwände würden mit Kies und einem Pflanzenmix auf Steinwollmatten befüllt.

 

Baustelle auf der Theenhausener Straße ab dem 17.09.2018

An der A33-Fahrbahn parallel zur Westumgehung wird in Kürze mit der Errichtung der Lärmschutzwände begonnen.  Damit die Fundamente gegossen werden könnten, müsse die Theenhausener Straße ab dem 17.09.2018 einspurig mit einer Ampelanlage gesperrt werden. Die etwa 100m lange Baustelle werde sukzessiv mit dem Bau der Lärmschutzwand weiterwandern, kündigt Herr Willenberg an.  Die Markierungsarbeiten sollen bis Oktober 2018 fertig sein, damit der Kunststoff ausreichend Zeit zum Aushärten habe, bevor die Temperaturen sinken würden. 

Im Rahmen des anschließenden Kaffeetrinkens in der Violenbachschule in Borgholzhausen haben die Teilnehmer die Trassenfahrt bei leckerem Kuchen noch einmal Revue passieren lassen. „Es ist schön, dass bald erneut ein weiteres Teilstück freigegeben wird“, hieß es einstimmig aus den Reihen der Teilnehmer.

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