A33-Trassenfahrt 2017: 70 Teilnehmer lernten viel über den Autobahnbauau

„Es ist schön, die letzte Brücke wachsen zu sehen.“ Auf diesen kurzen Nenner brachte Landrat Sven-Georg Adenauer, Vorsitzender des Aktionsbündnisses A33 sofort, das, was viele Teilnehmer der Trassenfahrt 2017 dachten. Der Lückenschluss stürmt augenscheinlich seiner Vollendung in 2019 entgegen – ein Gedanke, dem man sich angesichts des letzten laufenden Brückenbaus an der Oldendorfer Straße im Süden von Borgholzhausen nicht verschließen kann. 70 Vereinsmitglieder und Interessenten erlebten Donnerstagnachmittag die jüngste Trassenfahrt des Aktionsbündnisses mit.

Anschluss in Sichtweite

Die im Bau befindliche letzte Brücke, von der aus man bereits erkennen kann, wie die Trasse der A33 durch die Piumer Ortsteile Casum und Holtfeld verläuft, wurde per Durchsage im Bus erläutert. Erster Halt war die Großbaustelle rund um die Brücke Stockkämper Straße in Cleve, von wo der Trassenbau, die benachbarte Grünbrücke sowie erste Reparaturarbeiten an einer abgesackten Hofzufahrt zu begutachten waren (Foto). 

Die Trasse in einem frühen Baustadium konnten die Teilnehmer im Vorbeifahren erleben – auf der Holtfelder Straße zwischen Hesseln und Halle. Am Schnatweg in Künsebeck bogen die Busse dann auf die eigentliche A33-Fahrbahn in Richtung Bielefeld ein. „Alle Mann aussteigen“ hieß es dann erst auf Queller Terrain: In Höhe der Lutterbrücke hielten die Busse, damit die Teilnehmer Besonderes von Nahem sehen konnten.

Blick auf mehr Sicherheit

Sylke Tech, Abteilungsleiterin Bau bei der Regionalniederlassung von Straßen.NRW in Bielefeld, und ihr Kollege Olaf Kindervater von der Bauüberwachung (nachfolgendes Foto) erläuterten Bauweise und Funktion der rund 80 Zentimeter hohen Betonschutzwände. Die trennen links und rechts vom Mittelstreifen die Richtungsfahrbahnen. Ein besonderes Augenmerk erbaten die Autobahnbauer für deren Konstruktion: anprallende Fahrzeuge sollen zum einen an den Wänden entlanggleiten können, zum anderen sollen dicke Stahlseite auf beiden Seiten und eine Verfüllung des Zwischenraums der beiden Betonwände mit Schotter verhindern, das Fahrzeuge die Barrieren zu den Gegenfahrbahnen durchbrechen können. Die neuartige Konstruktion soll die Schwere vieler Autobahnunfälle vermindern.

Neue Heimat für die Fette Henne

Zu bewundern gab es zudem die Fette Henne. Hierbei handelt es sich nicht um ein Tier, sondern eine Pflanze, auch als Mauerpfeffer oder Sedum bekannt. Das sind krautige, mehrfarbige Pflanzen aus der Familie der Dickblattgewächse, die winterhart sind, gut Wasser speichern und so auch auf zeitweilig extrem trockenen Böden wie auf dem Mittelstreifen einer Autobahn gut gedeihen können.

Das ist nicht nur hübsch anzusehen (Foto oben), sondern minimiert dauerhaft den Pflegeaufwand durch die Straßenmeisterei, was zugleich weniger Verkehrsstörungen erwarten lässt. Kurz erläutert wurden zudem die neuartige Bauweise der beweglichen aber mittlerweile viel leiseren Fahrbahnübergänge zwischen Straßen und Brücken.

Termin für Eröffnung steht noch nicht

Viele Teilnehmer wollten wissen, wann genau sie zum ersten Mal auf heimischem Boden den nahenden Lückenschluss feiern können. Sylke Tech (Foto unten) bat noch um etwas Geduld. Ein Termin soll frühestens Ende August/Anfang September mit den Ministerien abgestimmt werden. Geplant ist die Verkehrsfreigabe des neuen Abschnitts zwischen dem Bielefelder Südkreuz und dem Schnatweg in Künsebeck für Mitte/Ende Dezember dieses Jahres. Die vorzeitig ausverkaufte Trassenfahrt endete mit einem gemeinsamen Grillen der Aktiven in Borgholzhausen.

Sylke Tech, Leiterin der Bauabteilung bei Straßen.NRW in Bielefeld, erläuterte den Teilnehmern der Trassenfahrt den Stand der Bauarbeiten. Links Landrat Sven-Georg Adenauer, Vorsitzender des Aktionsbündnisses A33 sofort.

Gruppenbild mit Pfeiler: Die 2017er Trassenfahrt des Aktionsbündnisses war komplett ausverkauft. Die Teilnehmer fuhren bis zur Lutterbrücke in Quelle.

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