Der Verkehr rollt – Die A33-Lücke ist Geschichte!

Das war ein Tag zum Genießen: Die A33-Lücke im Norden des Kreises Gütersloh ist geschlossen. Seit Montagmittag, 18. November 2019, rollt der Verkehr vierspurig von der A44 bei Paderborn bis über die A30 hinaus bei Osnabrück. Straßen.NRW hat die Zusage der Politik eingehalten, ist sogar fünf Wochen schneller fertig geworden, als es der damalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und der einstige Landesverkehrsminister Michael Groschek beim ersten Spatenstich im Dezember 2012 angekündigt hatten.

Mehr als 2.000 Einheimische, Bürger wie Lokalpolitiker, wollten diese historische Stunde am Montagmittag nicht verpassen: In einem großen Festzelt unweit der Anschlusstelle Borgholzhausen durchtrennten Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsminsterium, und NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zusammen mit örtlichen Politikern das schwarz-rot-goldene Band. Das Abräumen der Sperrbaken wurde per Video von der Autobahn ins Zelt übertragen – unter anhaltendem Beifall der Gäste. Denn 2.000 Menschen auf die Trasse und wieder zurück zu bringen, hätte Stunden gedauert.

Zerschnitten gemeinsam das Band (von links) Michael Meyer-Hermann, André Kuper, Elvan Korkmaz-Emre, Wolf D. Meier-Scheuven, Marianne Thomann-Stahl, Enak Ferlemann, Elfriede Sauerwein-Braksiek, Hendrik Wüst, Sven-Georg Adenauer, Jens Kronsbein, Anne Rodenbrock-Wesselmann und Dirk Speckmann.

 

Ein 6er im Lotto für OWL

„Das hat sich OWL verdient“, sagte Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Man konnte die Erleichterung vieler hundert Menschen förmlich spüren. Sie in Worte zu fassen, versuchten die Rednerinnen und Redner:  Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin des Landesbetriebs Straßen.NRW, nannte die A33 ein „Jahrhundertprojekt“, an dem man immerhin 45 Jahre gebaut habe. Sie dankte allen Beteiligten für eine tolle Leistung und all denen, die in der Bauzeit mehr belastet wurden für ihre Geduld. Enak Ferlemann, der auch schon beim 1. Spatenstich vor sieben Jahren dabei war, nannte den Lückenschluss „einen 6er im Lotto für OWL.“ Die Region habe das – als eine der Herzkammern des Wirtschaftsstandorts NRW – schon lange verdient. Deshalb seien die 450 Mio. Gesamtkosten auch gut angelegtes Geld.

 

Chance auf mehr Lebensqualität

Landesverkehrsminister Hendrik Wüst.

Hendrik Wüst dankte der Region, dass sie in Berlin und Düsseldorf Druck gemacht habe. Die Verkehrsfreigabe sei ein Tag der Freude und des Dankes. Der Lückenschluss gebe den Menschen ein Stück Heimat zurück, so der Landesverkehrsminister, eine durchgehende A33 sei für die Anlieger der B68 eine Chance auf mehr Lebensqualität.

 

Schönster Tag in seiner Zeit als Landrat

Landrat Sven-Georg Adenauer.

Sven Georg-Adenauer, Noch-Vorsitzender des in Auflösung befindlichen Aktionsbündnisses A33 sofort macht deutlich, dass dieser Tag ein fröhlicher Schlusspunkt sei. Er dankte allen Aktiven: „Wir waren eine tolle Truppe. Und wir haben eine gute Arbeit abgeliefert“. Für ihn sei der 18. November einer der schönsten Tage seiner Zeit als Landrat des Kreises Gütersloh. Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, ebenfalls Mitgründerin und Vize-Vorsitzende des Vereins, rückte die Menschen an der B68 in den Mittelpunkt, die in den letzten Jahren viel durchlebt und durchlitten hätten. Die A33 sei eine große Chance, die es jetzt für Halle zu nutzen gelte.

 

Nicht länger Lückenbüßer sein

Verewigten sich auf dem Bauschild: Aktionsbündnis-Mitgründer Klemens Keller (Mitte), sein Nachfolger Dirk Speckmann und Kollege Michael Meyer-Hermann.

Für ihren Kollegen Dirk Speckmann waren die Anwohner der B476 und der B68 in Borgholzhausen „die Lückenbüßer“. Der Ortsteil Bahnhof sei daran zugrunde gegangen, 18 Jahre lang Zubringer von und zum Autobahnende zu sein. Die Stadt werde alles daran setzen, das einst lebendige Nebenzentrum wieder attraktiv zu machen. Michael Meyer-Hermann, Bürgermeister von Versmold, betonte das Verbindende des Lückenschlusses und schickte eine Gruß an die Menschen jenseits der Landesgrenze: „Das ist ein bewegender Tag nicht nur für OWL, sondern auch für das ganze Osnabrücker Land.“

 

Viel beachtete Technik-Premiere

Beendete mit Stolz vorzeitig den Countdown des Aktionsbündnisses: Elfriede Sauerwein-Braksiek, Chefin von Straßen.NRW.

Die Gäste der Verkehrsfreigabe, unter ihnen auch Landtagspräsident Andre Kuper und Europa-Urgestein Elmar Brok sowie zahlreiche Vertreter der Nachbarstädte und der Wirtschaftsverbände diessseits und jenseits der Landesgrenze, erlebten zahlreiche mediale Neuheiten: Die gesamte Verkehrsfreigabe wurde per Livestream ins Internet übertragen – fast jeder konnte auf seinem Smartphone sehen, was auf der Bühne gesprochen wurde. Das Anrollen der Fahrzeuge wurde ins Festzelt übertragen. Zu sehen gab es zudem einen sehr kurzweiligen, fünfminütigen Film zum Lückenschluss. Nicht zuletzt bekam jeder Gast sowohl ein Faktenblatt wie auch ein lesenswertes Magazin zum A33-Lückenschluss mit auf den Heimweg. Viele Gäste waren sich einig, das war ein überaus würdiger Schlusspunkt unter ein Thema, das die Menschen unter der Ravensburg über Jahrzehnte entzweit hat.

Auch ein Novum: die ökumenische Einsegnung durch Pastor Christian Eckey und Dechant Josef Dieste.

Interessante Links:

Hier finden Sie den Film zum A33-Lückenschluss.

Hier finden Sie das Magazin zum A33-Lückenschluss.

Hier finden Sie das Faktenblatt zum letzten Bauabschnitt im Kreis Gütersloh.

Hier finden Sie ein Video von der gesamten Verkehrsfreigabe .

 

 

 

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